Roland's Tagebuch 2005

Kommentar von Dr. Nodelescu zum Jahr 1302

Die wissenschaftliche Außenstelle in Heilbronn unter meiner Schirmherrschaft beschäftigt sich in diesem Spieljahr mit den weißen Flecken in Rolands Städten.

Bei den Betrieben behält Roland noch deutlich die Oberhand, obwohl bei einigen Kernstädten die KI doch deutliche Spuren in der Arbeitswelt hinterlassen hat. Recht aktiv ist die KI natürlich in der Jagd, im Weinbau und in der Weberei, aber auch die Töpferei, die Imkerei und der Walfang sind Industrien, in welche die Konkurrenz sehr gerne einsteigt, ferner auch in die Rinderzucht. Zumindest bei effektivem Angebot gilt die Devise, dass die KI umso präsenter ist, je mehr der genannten Industrien gebaut werden können.

Den Häuserbau scheint Roland bislang mehr oder weniger der KI überlassen zu haben, weswegen ich mich hier genötigt sah, mal das ganze statistisch auszuwerten. Es kommen erschreckende Details zu Tage. Nur ein Viertel der seit Spielanfang gebauten Häuser tragen den Namen Roland, die KI baute bisher zwei Drittel aller Häuser. Nur bei den Fachwerkhäuser besitzt Roland mit gut über einem Drittel einen Bullenanteil am Wohnungsbau, aber bei den beiden übrigen Häuserarten hat die KI mehr als drei Viertel aller Häuser gestellt. Eigentlich baut die KI ihre Häuser ganz gut, solange nicht die erste Mauer gefallen ist, dann ist die KI für den Bauingenieur richtig gefährlich. Insgesamt kommen knapp 2 Fachwerkhäuser auf 1 Giebelhaus und 1 Kaufmannshaus. Nur in Edinburgh, Newcastle und dem frisch gegründeten Windau hält Roland die absolute Mehrheit an den im Spiel gebauten Häusern. In Scarborough, Bergen, Köln und Nowgorod gibt es bislang noch gar keine Häuser der Marke Roland, auch wenn man in den letzten beiden Städten die Grundmauern erster Häuser aus Spielerbau sehen kann.

Durch die Dominanz der KI auf dem Wohnungsmarkt lässt sich auch die für diesen Zeitpunkt relativ reiche Bevölkerung erklären. 10 % sind reich, 20 % sind wohlhabend und 70 % arm, fast schon eine sog. Musterverteilung. Natürlich sind auch hier die regionalen Disparitäten enorm. Immerhin werden in fünf Städten wöchentlich mehr als 5 Fässer Felle je 1000 repräsentative Einwohner nachgefragt, die reichste Stadt, London, zählt kaum mehr als 60 % Arme, dafür 13 % Reiche und 26 % Wohlhabende. Abgesehen von einigen Niederlassungen gibt es nirgendwo mehr als 75 % Arme.

Mit dem Reichtum der Städte hängt ja auch unmittelbar die Zufriedenheit der Bürger zusammen. So langsam fängt das Spiel doch an zu „surfen“, immerhin haben fast alle Gaukler ihre Alkoholsucht überwunden, sprich eine flächendeckende Versorgung wird demnächst doch gewährleistet sein. Höchstens in den Niederlassungen ist die Lage nicht ganz so gut, aber auch hier geht manchenorts die Zeit der Pioniere langsam aber sicher vorbei. Allerdings sieht man in den Markthallen immer noch so manche Versorgungslücke. Durchgängig mangelt es an Fellen, Keramik und Tuche, was auch die recht hohe Agilität der KI in diesen Bereichen erklärt, andernorts mangelt es an Eisenwaren und Fleisch, auch manchmal an Tran. Zu Rolands Verteidigung sei aber gesagt, dass die dazugehörigen Betriebe recht kostspielig sind und der Mauerbau zur Zeit Priorität hat. Immerhin werden am laufenden Band Verträge über wichtige Waren abgeschlossen, was zumindest die schlimmsten Lücken füllt… auch im Goldsack.

Bei den bereits fünf Niederlassungen finde ich fünfmal Fisch, viermal Holz, dreimal Honig, zweimal Salz und einmal Getreide. Die Angebote wirken also immer noch recht monoton und die Optimierung von Produktionsangeboten steckt auch in der hohen Wissenschaft erst noch in den Kinderschuhen.

10 Städte haben die dritte Mauer fertig oder werden sie demnächst fertig bekommen, 9 weitere Städte, darunter 4 Niederlassungen, stellen zur Zeit die Zweitmauer fertig, nur Nowgorod hat noch nichts gemacht. Im Baurecht hat sich nicht viel verändert, zudem macht gerade bei Roland die KI einem die ganze nicht leicht.

Es wird mit der Zeit auch viel schwieriger, gute Kommentare zu schreiben, da sich so langsam eine Routine einstellt, die nur durch neue, aufregende Phänomene durchbrochen werden kann.