Roland's Tagebuch 2005

Kommentar von Dr. Nodelescu zum Jahr 1303

Wenn ich diesen Kommentar zum Jahr 1303 schreibe, habe ich schon längst den Spielstand vom Jahreswechsel 1306/1307 vor mir liegen, und da ich schon zu 1302 gesagt habe, dass es mir immer schwerer fällt, gute Kommentare zu schreiben, sollte es den Leser nicht verwundern, dass mein diesjähriger Kommentar so mager ist. Besonders großartige Ratschläge kann ich Roland nicht mehr wirklich geben, daher konzentriere ich mich dieses Jahr vor allem auf Beschreibung und Erkenntnisgewinn.

Wenn man den Spielstand 1302/1303 unter die Lupe nimmt, findet man in Ripen und Baugerüste von knapp zwei Dutzend Töpfereien, was mir fast wie eine Aktion unter geistiger Umnachtung vorkam. Ein Jahr später ergibt sich ein ähnliches Bild mit den Fleischereien, denn der Mangel an Fleisch und Leder ist in Rolands Hanse mehr als offensichtlich, ebenso bei den Tuchen, die jedoch importiert werden können. Schade, dass man nicht mal kurz nach Argentinien fahren kann, um sich mit mehreren Schiffsladungen Rindfleisch einzudecken, nicht wahr? Der Fellmangel bedarf keiner weiteren Erklärung. Wenigstens ist man jetzt endlich in der Zeit angekommen, in der Roland alle wichtigen Betriebe baut. Während früher selbst gebaute Töpfereien und Webereien eine Rarität waren, sind sie nun immer häufiger anzutreffen. Die hanseatische Wirtschaft wird bei Roland von Zeit zu Zeit nun doch ausgewogener, wenn man einmal von den Niederlassungen absieht.

Die Niederlassungen sind sowieso eine Geschichte für sich. Eine richtig gähnende Routine hat sich eingestellt und was einen wirklich zum Heulen bringt ist die Kontinuität der Monotonie. Auch weiterhin werden, was man in Thorn, Oslo und nun auch Göteborg (übrigens die Heimat meiner ewigen Lieblingsband) sehen kann, nur die vier immer gleichen Waren angeboten: Fisch, Holz, Honig und Salz. Die eine Getreideproduktion in Windau fällt da nicht besonders ins Gewicht. Die Grundrisse waren uns bislang bei allen Städten durchweg wohl bekannt, kannte man das alles doch von der Standardkarte. Göteborg war hier jedoch für eine Überraschung gut: Dessen Grundriss kennen wir auf dieser Karte von Ripen und Stavanger und auf der Standardkarte von Bergen.

Unter all den Niederlassungen findet man nur in Riga und Windau Darlehensgeber, fragt sich nur warum. Zudem gibt es noch gar keine Milizen in den Niederlassungen, wenn man von einer einzigen Stadtwacheneinheit in Riga absieht. Glücklicherweise bleibt eine Stadt von Belagerungen verschont, wenn eine fertig gesetzte Mauer noch nicht fertig gemauert ist, und wenn man sich die amtlichen Schreiben durchliest, dann findet man nur zwei Belagerungen in Brügge und London. Selbst in Reval, der ältesten aller Kolonien, ist die Drittmauer noch gar nicht richtig fertig, aber bald, bald wird Roland nicht um Kolonialmilizen herumkommen, schon alleine der paar hundert Einwohner zuliebe!

Ansonsten gibt es nicht viel zu erzählen. Ich mach gleich mit dem nächsten Jahr weiter.