Roland's Tagebuch 2005

Kommentar von Dr. Nodelescu zum Jahr 1305

Das Spiel ist jetzt reif. Endlich reif. Die Städte gewinnen so langsam an Profil, wo jetzt doch etliche mindestens zur Hälfte verbaut worden sind. Ab 400.000 Leuten aufwärts darf man so etwas auch erwarten. Zudem sieht man mittlerweile immer häufiger Stadtvierteil, die nur aus Baugerüsten bestehen. Da wünscht man sich doch gleich ein weiteres Dutzend Bautrupps.

Der 23. 01. 1306 wird ein denkwürdiger Tag in der Geschichte von Tronder Roland Nybakken sein. Es wird der Tag sein, an dem die zehnte und letzte Hanseniederlassung, Helsinki, offiziell anerkannt wird. Damit gehen über fünf Jahre Kolonisation zu Ende. Die Ausbeute waren zehn Niederlassungen mit 10 Mal Holz, 7 Mal Fisch, 6 Mal Honig, 5 Mal Salz, 2 Mal Getreide und 1 Mal Keramik. Ziemlich einseitig jedenfalls. Ob man das Spiel so überhaupt fertig kriegt?

Wie dem auch sei, die Hohepriesterin hat mit ihrer Karte auf jeden Fall eines geschafft: eine wirksame Expansionsbremse. Das Spiel hat nichts mit der Hesselkarte gemein, auf der viele unserer Herren erstmals erfahren durften, was es heißt, mit dickem Bauch die Hanse zu beherrschen. Damals brauchte man sich über die Ausgewogenheit der Warenangebote keine Gedanken machen. Anders ist es hier. Die oben genannte Ausbeute kann man, aufgrund des Tempos, mit der die Niederlassungen angenommen wurden, durchaus als Armutszeugnis bezeichnen. Wenn 27 von 30 Produktion von nur vier Waren besetzt werden, muss etwas falsch gelaufen sein. Aber ich denke mal eher, dass Roland nach der vierten, fünften oder sechsten Niederlassung doch angefangen haben muss, beim Spielen Drogen zu nehmen. Kann man so etwas noch nüchtern spielen? Auf jeden Fall gehört zu diesem Spiel eine gehörige Portion an Masochismus.

Wenigstens sind nicht alle Niederlassungen unprofitabel. In der Hanse mangelt es gerade an Keramik und auch etwas an Fellen. In Königsberg warten etliche Töpfereien darauf, gebaut zu werden und in Windau und Rügenwald gibt es ja Fellimporte. Nowgorod gibt’s natürlich auch noch, die einzige Kernstadt im Osten. Was aber den Fellmangel in manchen Orten angeht, so sei hier gesagt, dass daran eher die mangelnde Routenpflege schuld ist als die knappen Produktionskapazitäten. Außerdem glaube ich, dass unserem guten Roland die Fellimporte kaum aufgefallen sind. Immerhin sind sie selbst im nunmehr 13.000 Seelen großen Windau noch zu sehr humanen Preisen nutzbar, allerdings sind die 700 GS, die Roland dort für Felle ansetzt, doch viel zu niedrig. Ich hab für Felle immer zwei Einkaufspreise gehabt: einen recht niedrigen für die effektiven Jagdgründe im Nordosten (zw. 700 u. 800 GS) und einen etwas höheren für verstreute Importe (zw. 900 u. 1000 GS). Diesen Dualismus kann ich nur wärmstens empfehlen. Und so ein guter Handelskapitän sollte auch sein Übriges für gute Einkaufspreise bewirken, da sind 200 GS mehr nicht so tragisch.

Wie dem auch sei, Roland kann froh sein, dass er die Siedlerphase bald hinter sich hat. Bekanntlich kommt es ja immer auf die letzte Stadt an, die fertig wird. Wie jedoch die regionalen Diskrepanzen abgebaut werden sollen, bleibt offen. Ein Vollausbau bis 1310 erscheint mir aber dennoch möglich.

Trotzdem würde mich gerne interessieren, was für Drogen du beim Spielen nimmst, Roland.