Roland's Tagebuch 2005

Kommentar von Dr. Nodelescu zum Jahr 1307

Na also! Wer sagt es denn? Er gibt ja doch noch Überraschungen im späteren Spielverlauf. Roland hat diesmal auch mir die „volle Dröhnung“ verpasst, um die Ereignisse in den beiden „Kronkolonien“ Rügenwald und Königsberg genauer untersuchen zu können.

Vor allem in Rügenwald kann man ja schön sehen, wie die KI Rügenwald eingenommen hatte. Plausible Erklärungen sind mager, aber dennoch präzise nennbar. Ich hab ja im Forum ja vor einem möglichen Tranproblem gewarnt, da die knapp 200 Walfänger, die auf der Weiten Reise möglich sind, eine volle Hanse nicht versorgen können, es sei denn, man lässt sie total verarmen. Dadurch lässt sich wohl auch der Kampf ums Öl erklären, von dem ich 1304 gesprochen habe. Die KI scheint sich zum Handeln genötigt zu fühlen oder sie weiß einfach, dass knappe Waren viel Profit bringen. Keramik in Königsberg und Getreide in Rügenwald können ganz ähnlich erklärt werden. Niederlassungen mit anderen Waren als Fisch, Holz, Honig und Salz sind bei Roland und auch vielen anderen Spielern rar gesät.

Aus ähnlichen Gründen führt man in der Moderne Kriege um Erdöl und in einigen Jahrzehnten wohl auch Kriege um Wasservorräte, auf die man im Gegensatz zum Erdöl nicht verzichten kann. Rügenwälder Doppelkorn und Königsberger Tonware sind heiß umkämpfte Güter und da die Hanse sich dem Vollausbau nähert, in den betroffenen Städten noch Bauland da war und die weißen Terroristen in den Konkurrenzkontoren schon lange als Schläfer aktiv waren (siehe Häuserbau), veranstaltete die KI ihren ganz eigenen mittelalterlichen 11. September.

Der Kampf um die knappe Ware ist, anders als vermutet, kein ganz unbekanntes Phänomen unter uns Patriziern, welches wir erst 2005 entdeckt hätten. Wie hieß auf der Standardkarte unsere Problemstadt Nummer Eins? Richtig, Köln, die einzig wirklich produktive Winzerstadt, in der uns auch immer zwei oder drei Konkurrenten in Rage brachten. Aus diesem Grunde sollte es uns nicht wundern, warum Weinkolonien bei der Konkurrenz riesigen Anklang finden, während andere hochlukrative Waren wie beispielsweise Tuche nie für so eine Rattenplage gesorgt haben. Für Tuche gab es für die KI eben genügend wenigstens halbdemokratische Produktionsorte, wo man sich sicher sein konnte, dass der Stadtrat keinem Sondersteuerterror zustimmt. Wein war jedoch immer so rar gesät, dass sich hier auch die Förderung in blauen Despotien auszahlte.

Warum dieser weiße Terror jedoch mit einer nie gekannten Massivität auftritt, bleibt ein Rätsel, aber vorerst gebe ich mich mit der Erklärung zufrieden, dass im Gegensatz zum Wein- oder Fellmangel der Mangel an Getreide, Tran oder Keramik ein Problem von allgemeinem Interesse ist und nicht nur ein Problem der Bessergestellten. Die Wiederherstellung der blauen Allmacht über die Produktionsmittel hat Roland freilich unseren modernen Methoden zu verdanken, ohne diese die weißen Flecken nicht verschwunden wären.

Kommen wir jetzt aber zur jüngsten aller Niederlassungen, dem Friedhof Helsinki. Die Einwohnerzahl ist dort im letzten Jahr nur um magere 3000 Seelen gestiegen. Daran schuld mag auch die unüberlegte Bauweise sein. Eigentlich müsste Roland ja am besten wissen, dass man zuerst Wohnhäuser aller Arten bauen sollte, bevor man sich an die Betriebe heranmacht, oder? Das Haus, welches am 1. 1. 1307 noch an 678. Stelle war, steht jetzt am 1. 1. 1308 immerhin an 385. Stelle. Es scheint also wohl noch bis tief ins Jahr 1309 zu dauern, bis Helsinki fertig gebaut ist, geschweige denn besiedelt ist. Da dürfte es wirklich noch einige Zeit dauern, bis die Hanse wirklich voll ist.

Wenn es nur darum ginge, eine KI-Niederlassungen aufzupäppeln, hätte ich gesagt, setze Matrosen an Land. Aber woher soll man 40.000 Matrosen herbekommen und bei Laune halten?