Roland's Tagebuch 2005

Kommentar von Dr. Nodelescu zu den Jahren 1309 und 1310

Der Neujahrstag 1311 beendet also die Karriere von Tronder Roland Nybakken offiziell. Immerhin sind, trotz des stellenweise recht mühevollen Verlaufs des Spiels, die Hauptziele erreicht worden, der Vollausbau und das Erreichen der Million Suffköppe. Nach etwa drei Monaten Dienstzeit

Zum Glück hab ich durch neuere Erkenntnisse (Danke an Machzo und Swartenhengst) keine Angst mehr, diese Karte zu spielen, allerdings ist Rolands Situation trotzdem recht ungünstig gewesen. Aus einleuchtenden Gründen mussten wir die Weite Reise mit einem Lager spielen, vorzugsweise in Ripen. In den NL gab es ja manche Waren viel zu oft, wie bspw. Fisch und Salz, obwohl bei Roland der viele Fisch für die Million gesorgt hat. Leider gab es auch Fischstädte, die kein Salz hatten und weil Roland auch bei Massengütern sehr zentralisiert gespielt hat, was ich zumindest bei Salz und Fisch in den NL nicht gerne gemacht hätte, bekam ich fast einen Heulkrampf als ich folgendes sah: 102 Schiffe für Nowgorod, 109 für Riga, 104 Windau und 118 für Thorn. So viele dreistellige Konvois hab ich noch nie gesehen, meistens nur einen oder zwei, wenn überhaupt. So ein Spiel könnte ich wirklich hassen. Na ja, für eine eigene Runde „just for fun“ muss ich ja keinen Expressbau in den Kolonien betreiben, aber das ist eine andere Geschichte. Mittlerweile ist Roland auch einen neuen Weg gegangen, um nicht mehr von den hohen Lagerkosten der verfaulendes Fischs erdrückt zu werden. Er verkauft sie einfach zum Dumpingpreis an den örtlichen Markt, ebenso wie Holz in Ripen. Eine ähnliche Taktik kenne ich von Honko. Der hatte 2003 ein Drei-Lager-System benutzt, in der alle Zentren Getreide anbauten. Ab einer gewissen Spielgröße ließ er einfach sein Getreide für 55 GS verkaufen und hat seine Versorgerkonvois einfach eine bestimmte Menge bis 70 GS einkaufen lassen. Die höchstens 15 GS Verlust pro Last Getreide in dem Fall seien seiner Meinung nach niedriger als die Lagerkosten. Alter Hut, aber aktuelle wie nie.

Komischerweise habe ich im Contest 2004 keinen Spielstand von Roland entdeckt, während es für 2003 und 2005 ausladende Tagebücher gibt. Aber das liegt wohl in der Natur der Sache, äh, von Roland. Roland sucht wahrscheinlich immer den Kick nach der Million. Die Million ist Rolands Droge. Er ist sich nie sicher, ob er sie erreicht, obwohl die Million heute kein Zauberwerk mehr ist, könnte man heute doch locker 1,3 Millionen auf 26 Städte bringen. Ach ja, was macht eigentlich Tobias, der auf der Jagd nach dem Einwohnerrekord auf der guten alten Standardkarte ist? Aber einem Roland missfällt wohl das türkische Bauen, weil sonst der Nervenkitzel verschwinden würde, den er sucht, weil die Million sonst viel zu sicher wäre. Er weiß, dass er sie einfacher haben könnte, aber er will es nicht! Du bist wirklich krank, Roland, du alter Masochist! Aber könnte man nicht ähnliches von unseren Baumeistern behaupten? Keine Sorge, ich fass mir schon selbst an die eigenen Nase. Besonders viel gibt es nicht mehr zu erzählen, außer dass Roland eventuell noch ein paar Punkte gut machen könnte, wenn er das Spiel noch weiter laufen lassen würde und sich ums Geldscheffeln kümmern würde. Er hat ja auch schon die ersten 100 Millionen in den Katakomben des Hamburger Rathauses liegen. Aber das liegt wohl nicht in Rolands Natur.

Jedenfalls danke ich unserer Hohepriesterin für diese neue Spielerfahrung. Die Wettstreite in den Jahren 2003 und 2004 wurden auf wohlbekannten Karten ausgetragen, einmal auf der Standardkarte, einmal auf einem Vollausbauertraum. Die Karte für 2005 musste erst einmal aus dem Ärmel geschüttet werden. Wir wollten eine kleine Karte, die nicht den Spielergewohnheiten entspricht und wir haben Sie bekommen. Zum einen wollten wir die Gemächlichen und die schnellen Stecher wieder an einen Tisch bringen und zweitens wollten wir mal wieder richtig erkunden und erforschen. Es ist das Bekenntnis einer Hardcore-Gemeinde, dass sie noch nach Jahren intensiver Forschung immer noch eine Nische in alten Spielen findet, auf der es noch etwas zu entdecken gibt.

All das ist das Zeugnis einer großartigen Gemeinde, die sich über vier Jahre hinweg ausgetauscht und weitergebildet hat. Vier Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Viele Leute haben die Patriziergeschichte geprägt und bewegt, sind zu Legenden geworden, von den viele eingetaucht, manche wiederum abgetaucht, einige geblieben sind oder sich nach langer Zeit wieder gemeldet haben. Ich zähle mit meinen drei Jahren in der Patrizierszene auch schon zu den alten Hasen, obwohl ich mich damals noch nicht so gefühlt habe. Gut, auf dem Forumtreffen im Taunus war ich nach Patroni und Roland wohl der dienstälteste Patrizier, wenn auch vom Lebensalter wohl der Jüngste. Aber es gibt so viele Legenden, mit denen ich leider selbst nie verkehrt hatte. Die Liste der Namen ist viel zu lang, um die Leute aufzuzählen, aber die ältesten der alten Hasen werden wohl wissen, wen ich alles verpasst habe. Ich erinnere mich noch an ausschweifende Diskussionen, an denen sich die Geister schieden und spektakuläre Entdeckungen, die vieles, woran die Gemeinde geglaubt hat, über den Haufen geworfen haben. Niederlassungen aus weißer Hand, Ausliegertrick, Bürgerverbräuche, Abrisstrick, Auftragspiratentrick, türkisches Baurecht und so weiter und so fort. Und manchmal entdecken wir auch, dass es Wissen gibt, das jahrelang brach gelegen ist, aus welchen Gründen auch immer.

Mit diesen Worten endet auch mein Kommentar. Ich sollte so langsam an meiner eigenen „Gesellenprüfung“ arbeiten – mal ein angefangenes Spiel richtig fertigspielen!